Osterbräuche: Woher kommt unsere Esskultur?


Osterbräuche: Woher kommt unsere Esskultur?

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Warum essen wir Hasen, Eier und Lämmer?

Osterbräuche sind etwas sehr schönes und bringen über die Feiertage Ruhe und Entspannung in den doch meist hektischen Alltag. Wer kennt es nicht? Kurz nach Neujahr stapeln sich die Osterwaren in Form von bunt bemalten Eiern, breit grinsenden Schokohasen und niedlichen Küken sowie Lämmer in den Supermarktregalen. Die Vororsterzeit wird frühzeit eingeläutet, sodass wir uns fröhlich in die nächste Konsum- und Fröhnzeit einstimmen können. Doch tatsächlich wissen die wenigsten warum Eier, Hasen und Lämmer zu den Ostersymbolen schlechthin zählen. Was hat es mit diesen Osterbräuchen auf sich?

Was hoffentlich noch die Meisten wissen, ist, dass Karfreitag und Ostersonntag einer der wichtigsten Feiertage im Christentum sind. Jesus wurde Karfreitag gekreuzigt und ist Ostersonntag wieder auferstanden. Tatsächlich haben sich deswegen bunt bemalte Eier und der Hase als Symbole im Christentum etabliert. Denn noch bevor das Christentum in Europa weit verbreitet war, stand schon das Ei symbolisch für Fruchtbarkeit und neues Leben.

Osterbräuche aus dem Christentum

Das schlüpfende Küken, welches bei der Geburt die Eierschale durchbricht, steht übertragen für die Wiedergeburt Jesu. Ebenfalls soll es frühe Christen gegeben haben, die Eier rot eingefärbt haben, da sie damit den blutenden und leidenden Jesus am Kreuz gedenken. Auch der Hase stand schon zu jener Zeit symbolisch für Fruchtbarkeit und neues Leben, da Hasen von Natur aus übers Jahr viel Nachwuchs bekommen können. Somit haben sich Hase und Ei seit dem frühen Christentum in unseren Osterbräuchen etabliert. In der Tat sind Fruchtbarkeit und neues Leben ja auch sehr schöne Hintergründe.

Beim Recherchieren dieser Infos ist mir jedoch genau ein Gedanke als erstes in den Kopf gekommen. Das liegt sicherlich auch daran, dass ich schon länger auf tierische Produkte verzichte: Warum verspeisen wir denn an Ostern so viele Eier und Hasen, anstatt beides lediglich als ehrenwertes Symbol beizubehalten? Beispielsweise das Ei als Deko und der Hase als flinker Gabenbringer für die Kinder?! Warum nutzen wir so unfassbar wertvolle Symbole der Fruchtbarkeit und des neuen Lebens für den schnellen Konsum im Überfluss? Um genau zu sein, nutzen wir diese Symbole nicht nur, wir nutzen sie aus!

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Osterbräuche Als Vorwand Für Massenkonsum

Und so bekommt Ostern, das Fest der Wiedergeburt nämlich einen faden Beigeschmack. Wenn wir bedenken, dass wir den Tieren, egal ob Huhn oder Hase, keinerlei Wertschätzung mehr gegenüber ihrer Fruchtbarkeit geben. Sie gebähren nicht auf natürliche Weise, sie werden künstlich befruchtet, immer und immer wieder. Sie werden sich selbst in engen, dunklen Ställen überlassen, nach der Geburt werden die Jungen den Müttern entrissen um weiter verarbeitet zu werden. Männliche Küken beispielsweise können keine Eier legen, also werden sie sofort nach der Geburt am Fließband aussortiert. Nicht selten landen sie lebendig in einem Massengrab oder werden einfach geschreddert. Sieht so Wertschätzung gegenüber Fruchtbarkeit und neuem Leben aus? Wohl eher nicht!

Ähnlich geht es den Lämmern vor Ostern, die anders als Hase und Ei nicht für Fruchtbarkeit stehen. Schon weit in die Geschichte hineinreichend galt das Lamm als Opfertier für die Götter. Die frühen Christen haben auch diese Symbolik auf Jesu übertragen: Das leidende, verstummende Lamm vor seinem Tod stand stellvertretend für den gekreuzigten und ebenfalls leidenden Jesus. Das Lamm galt von nun an als Symbol für den Sieg, da Jesus mit seiner Wiedergeburt den Tod bezwungen hat. Versteht mich nicht falsch, ich finde alle Zusammenhänge logisch und in sich schlüssig. Nur muss man dann leider doch sagen, dass wir Menschen halt einfach keine Götter sind.

Wer kennt schon die Wahren Hintergründe?

Warum sollen also jedes Jahr vor Ostern die Tiere so leiden, damit wir in kurzer Zeit Massen davon essen können? Würde es nicht reichen, wenn es die Backform eines Lammes gibt, die Deko und die Symbolik? Darüber hinaus muss man auch feststellen, dass die wenigsten Menschen wirklich noch aktiv die religiösen Hintergründe kennen, geschweige denn diese leben. Traditionellerweise haben die Christen bis Aschermittwoch über 40 Tage gefastet und gänzlich auf Fleisch und andere Genussmittel verzichtet um an Ostern bewusst Fleisch zu genießen.

Weder von der Fastenzeit noch von bewusstem Konsum kann heute die Rede sein. Überspitzt gesagt, fasten die Meisten heutzutage vor Ostern nicht aus religiösen Gründen. Sondern weil es entweder ein überlieferter Brauch ist oder weil man sich ein paar Kalorien einsparen möchte um über die Osterfeiertage mit üppig gedenkten Tischen voller tierischer Erzeugnisse nicht zuzunehmen.

Und soll ich euch mal was sagen? Bevor ich die Hintergründe der tierischen Erzeugnisse nicht hinterfragt habe und nicht kannte, habe ich ja selber so konsumiert. Wir wachsen so auf und von Generation zu Generation werden diese Osterbräuche weiter getragen. Was habe ich es als Kind geliebt, wenn der Osterhase da war und überall in der Wohnung viele meist süße Leckerlies für mich versteckt hat. Am Ende dann die große Überraschung eines prall gefüllten Osternestes und ja, das ist eine total schöne Tradition. Aber warum können denn die Süßigkeiten und Überraschungen nicht einfach aus nicht tierischen Zutaten bestehen?

Osterbräuche modernisieren und zeitgemäß gestalten

Kein Kind würde mit 5 Jahren sagen: „Das ist aber ein Schokoei wo Pflanzenmilch drin ist, das mag ich nicht.“ Weiterhin würde kein kleines Kind beim Anblick eines kleinen Kükens oder Hasens denken: „Ab in den Schredder, weil überflüssig oder ab in den Ofen, ich habe Hunger.“

Die überlieferten Traditionen und Osterbräuche wurden uns anerzogen, unseren Eltern auch, unseren Großeltern ebenfalls. Auf die Gefahr hin, dass meine Oma nochmal meinen Blog lesen sollte, möchte ich auch dazu nochmal kurz was sagen: Als Nachkriegskind und zu Zeiten des Wiederaufbaus war man glücklich überhaupt was zu essen zu haben. Fleisch gab es wenn, nur selten, vielmehr Sauerkraut und Kartoffeln. Sie ist heute über 80 und es hat offensichtlich nicht geschadet, überwiegend pflanzliche Lebensmittel in jüngeren Jahren zu essen. Wenngleich für sie Fleisch als Grundnahrungsmittel heute dazugehört.

Nach der Industrialisierung der Landwirtschaft und dem Wirtschaftsaufschwung wurde aus dem seltenen, gewertschätzten Stück Fleisch aber eine Massenware. Die sollte nicht nur ethisch hinterfragt werden. Die Weltbevölkerung wächst stetig und alle wollen immer mehr. Vor allem müssen für die insbesondere großen Konzerne ständig viele, neue Produkte entwickelt werden, damit die Geschäfte gut laufen. Seit Jahrzehnten ist ein Stück Fleisch, eine Wurst, Kuhmilch oder Käse kein natürlich oder individuell produziertes Erzeugnis mehr von halbwegs glücklichen und gesunden Tieren. Der Umwelt und der Gesundheit schadet dies im erheblichen Maße.

Doch auf das Thema menschliche Gesundheit und was die Art der Produktion von tierischen Lebensmitteln mit unserem Gesundheitszustand zu tun hat, gehe ich nochmal in einem gesonderten Blogpost ein.

Vegan backen

Einfach mal ein Ostergebäck auf pflanzlicher Basis backen

Ich denke aufgrund der Umstände fallen dieses Jahr die Osterfeste sowieso kleiner aus. Vielleicht hat der ein oder andere von euch auch Zeit, sich und seinen Konsum ein wenig zu hinterfragen. Oder ihr verspürt Energie und Lust, mal ein paar Alternativen kennenzulernen. In den nächsten Tagen lade ich hier nach und nach super leckere, total einfache Rezepte für Ostergebäck hoch. Natürlich bestehen diese aus rein pflanzlichen Zutaten, die es tatsächlich in so ziemlich jedem Supermarkt zu finden gibt. Wenn ihr sie nicht sowieso schon zu Hause habt. Den Anfang macht der vegane Kuchen „a la Cheesecake“ aus der Springform. Hier geht es zum ersten veganen Backrezept zu Ostern

Jemand, der gar nicht weiß, dass da keine Butter, Milch und Eier drin sind, wird dies auch nicht hinterfragen, versprochen. Deshalb ist es auch naheliegend, einfach mal ein paar vegane Rezepte auszuprobieren, auch wenn man sonst die altbekannten Osterbräuche weiter lebt. Als Inspiration habe ich euch eine Grafik vorbereitet. Überlegt doch mal, ob ihr euer Lieblingsrezept zu Ostern nicht ganz einfach auch auf pflanzlicher Basis backen könnt?! Die verschiedenen Alternativen sind top Nährstofflieferanten und können eurem Gebäck eine besondere Note verleihen. Welche Alternative ihr am liebsten mögt, müsst ihr natürlich selber herausfinden – enjoy the journey.

In diesem Sinne bleibt gesund und lasst mir super gerne eure Meinung und Gedanken zu dem Thema in den Kommentaren da. Ergänzt gerne meine Aussagen und probiert es doch einfach mal für den Anfang mit einem leckeren Kuchen auf Pflanzenbasis zu Ostern aus.

Zu guter letzt verlinke ich euch hier ein paar vegane Blogger, mit denen ich aktuell eine gemeinsame Osteraktion auf Instagram umsetze. Insgesamt sind wir 9 Blogger, die zu Ostern aufklären und informieren möchten sowie Alternativen aufzeigen möchten. Ein paar von ihnen haben auch eine eigene Website mit Blog und/ oder Rezeptideen. Schaut gerne auch mal dort vorbei:

https://www.vchangemakers.de/

https://oink-vegan.com

https://zeitreise-fotografie.de/rezepte

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